2010-06-25 Scharbeutz Feriencamp

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Bericht: Feriencamp Scharbeutz mit Fotos als PDF zum Downloaden im Anhang.
Fotos:  Feriencamp Scharbeutz zum Ansehen bei Piccasa.


Bericht Scharbeutz 2010- Eine Fahrt an die Ostsee

Es gibt so Worte, die sind bei den allermeisten Kindern, vielleicht auch bei so manch Erwachsenen, nur zu gut bekannt und bester Auslöser für genervtes Augenrollen, so
was wie „Hausaufgaben“, „5 in Mathe“, Räum Dein Zimmer auf“, Ab ins Bett“, „Gleich“, „Psssst“, „Mund zu“, „Aufstehen!“, um nur einige zu nennen. Andersrum gibt es aber auch Dinge, die immer wieder für große Begeisterung bei
jung und alt sorgen und grundsätzlich positiv besetzt sind, etwa „Taschengelderhöhung“, „Hitzefrei“, „Freistunde“, „Deutschland ist Weltmeister“, „1 in Mathe“, „Geschenke“, Handyflatrate“ oder eben „Faustball-Feriencamp“. Und
letzteres stand auch in diesen Sommerferien für die Bardowicker Faustballkids auf dem Programm.


Nach 10 Jahren in Grömitz war die Zeit gekommen ein neues Ziel zu erkunden, das ähnlich schön gelegen uns genauso in prachtvollen Zelten beherbergte. Die Jugendherberge Strandallee in Scharbeutz mit besagtem Zeltplatz lag idealer weise direkt am Strand.  unächst wollten gefühlte tausend Taschen von den Autos in die Zelte und an die richtigen Betten geschleppt werden. Ein erster Kraftakt. Schlafsäcke wurden ausgerollt und die Betten somit unverkennbar markiert, die Zelte also in alter Manier in Besitz genommen, die zeitweise streng abgeriegelt wurden und nur von Zeltgenossen betreten werden durften. Dies musste zeitweise natürlich auch mal ordnungsgemäß durch Passwörter kontrolliert werden. Da könnt ja sonst jeder kommen. Zunächst war es aber nach altem Brauch Zeit für einen Ausflug an den Strand und ans Meer. Kaum waren wir auf der einen Seite vom Zeltplatz runter, lachte uns auf der anderen Straßenseite auch schon die Düne vorm Strand entgegen. Der Gang ans Wasser damit eine schnelle Sache. Die ersten Mädchen und Jungen wagten ein erstes Bad in den Wellen. Kleine Muscheln im feinen Sand kitzelten behutsam die nackten Füße während Kinder und Betreuer über den abendlichen Strand tollten. Sonnendämmerung mit Meeresrauschen.
Am Strand Einige Betreuer führten einen stetigen zeitweise hoffnungslosen Kampf gegen das Monster der Vergesslichkeit und warben wieder und wieder für das Einpacken der wichtigsten Strand-Utensilien. Dinge wie Handtuch und vor allem Sonnencreme, die
war wichtig. Denn die Sonne lachte vom Himmel und strahlte über beide Ohren. In einem Marsch entlang der Strandallee erreichten wir das Zentrum von Scharbeutz und flanierten auf der Promenade und der Seebrücke, die tief ins Meer ragte. Das war ein  begehrtes Plätzchen für Angler und andere Sportler. Die Ruten wurden am äußerten Ende hinausgeworfen und tatsächlich hat einer angebissen als die Bardowicker dabeistanden. Sie haben allerdings auch lang genug zugeschaut und gewartet. Im direkten Kräftemessen zwischen Angler und Fisch stand es über Wasser am Ende 1:0 für den Angler. Wie es dann später weiterging mit den beiden, wollten wir besser nicht wissen. Diese Gretchenfrage stellten wir uns nicht, sonder schlenderten lieber gemütlich zurück zum Zeltplatz, denn laut Aussage ihrer Mägen waren mittlerweile einige zunehmend hungrig geworden. Bitte zu Tisch, es war bereits angerichtet.

Der Nachmittag lud ein zum Spiel-Sport-Badespaß am Strand. Bewaffnet mit Handtuch, Liegestuhl, Schaufel, Taucherbrille und allerlei anderer Krimskrams suchten wir den direkten Weg ans Wasser und kaum haben wir unsere Sachen einfach irgendwo fallen gelassen, ging es ab in die Fluten. Leichte Wellen schaukelten unseren Wasserball auf und ab und uns hin und her. Während einige kaum genug von Ostseewasser bekamen, hatten andere alle Hände voll damit zu tun ein Loch auszuheben. Wo Sand ist, muss gegraben werden. Je tiefer desto besser.

Schließlich hatten wir unsere Schaufeln dabei. Sie stießen dabei übrigens über kurz oder lang auch auf Ostseewasser. Wiederum andere buddelten sich lieber gegenseitig bis zum Hals ein.
Auf dem Zeltplatz So zog ein vergnüglicher Nachmittag recht schnell vorbei, doch noch lange ging das allgemeine Treiben, Spielen und Toben auf dem Zeltplatz weiter. Als Lieblingszeitvertreib und Kultklassiker der Abschlagspiele entpuppte sich ziemlich schnell „Bube, Dame, König“, bei dem sich alle immer und immer wieder im großen Kreis zusammentrafen, um sich nach und nach hinauszuklatschen. Wer da nicht bei der Sache war, überstand nicht einmal die erste Runde. Doch die nächste folgte sowieso gleich im Anschluss wieder.

Garantiert. Oder die ersten Hinausgeflogenen bildeten sogleich eine neue kreisförmige Schlange Es war wie eine Art Hydra, bei der immer mehr und immer neue Kreise gebildet wurden. Denn bei diesem Spiel verlor – warum auch immer – fast niemand die Lust und Laune. Aber neben diesen Never-ending- Dauerbrenner gab es noch vieles andere zu erkunden, entdecken und auszuprobieren.
Der Sonntag verwöhnte uns bereits am Morgen mit den Streicheleinheiten der sommerlichen Junisonnenstrahlen, die da neben dem tiefen Himmelsblau hinabschienen. Da stand man gerne früh auf, um den Tag voll auszukosten.

Vereinzelte Möwen kreisten seelenruhig über uns und schienen uns zum Strand zu rufen. Dieser Einladung folgten wir natürlich bei diesem herrlichen Wetter gerne. Es war Zeit für die Strandolympiade. Welche Kinderraupe hielt am längsten durch, welche war am schnellsten, welche Gruppe konnte den höchsten Berg aus Sand bauen, wer sammelte die meisten Muscheln? Es gab schon so einige Aufgaben, die zu lösen waren und teilweise ganz schön anstrengend. Deshalb hieß es gleich danach ab ins kühle Wasser.

Achso, dann war da ja noch etwas. Vor der eigentlichen Weltmeisterschaft der U18 in Spanien gab es in diesem Jahr noch einen anderen Wettbewerb, wo auch ganz viele Mannschaften aus aller Welt zusammenkamen. Das war in Südafrika und Deutschland war  auch dabei und genau am Sonntag war ein Spiel. Wer erinnert sich nicht?

Achtelfinale. Gegen England. 4:1. Klarer Sieg für Deutschland. Jubel, Trubel Heiterkeit. Wir waren gefühlte Weltmeister. Stimmung also bestens, eine gefühlsmäßige Steilvorlage für den morgigen Tag. Da ging’s in den benachbarten Hansapark. Deutschland wurde übrigens am Ende doch nicht Weltmeister. Da musste man dann schon auf die Faustball-WM der U18 in Spanien warten. Da hat’s geklappt. Bei den Frauen und bei den Männern. Ein weltmeisterlicher Doppelsieg. Es geht doch.

Auf in den Hansapark
Am Montag also Hansapark. Keine Frage, da haben sich bereits alle riesig drauf gefreut, zu Recht. Denn wir erwischten einen guten Tag, an dem das Wetter wieder herrlich warm und gleichzeitig der ganze Park angenehm leer war. Leer im Sinne von wir mussten
nirgendwo anstehen und warten. So ging es in alle Bahnen, Wasserrutschen und was es noch alles gab. Ob nun im Eiltempo mit dem „Rasenden Roland“, kopfüber im „Weißen Hai“, im Drehwurm den „Eldorado“ hinunter oder vieles andere mehr. Der absolute Höhepunkt, die ultimative Mutprobe und weltgrößter Nervenkitzel war allerdings die Fahrt im „Fluch von Novgorod“. Schon der Name löste größte Schrecken ein. Und wer sich dennoch einmal in die Nähe wagte – hin- und her gerissen zwischen Furcht und Neugier – , lief vor Schreck oft gleich wieder hinaus, denn schon das kurze Anstehen war schaurig genug.
Übrigens auch für viele Erwachsene, die kurz entschlossen doch meinten, nix für mich und schnell das weite suchten. Wer aber doch sein ganzen Mut zusammenhielt und in eine der Waggons stieg, erlebte eine Achterbahn der neuesten Generation, denn nicht nur die rasante Fahrt mit großer Beschleunigung, auch das drum herum, war der Renner und ist wirklich empfehlenswert für echte Fans von turbulenten Rollercoastern mit dem gewissen Kick.
Aber nun genug mit der Schleichwerbung. Wir hatten also einen sehr schönen und erlebnisreichen Tag voller Action, Spannung und Freude bei allen Fahrten.
Und ganz am Ende wurden wir – besser gesagt die Bardowicker Mädchen und Jungen – ordentlich nass, weil sie sich beim abschließenden Wasserzirkus ganz nah an den Beckenrand wagten und Seelöwenflüsterer John Burke ließ seine tierischen Freunde gerne roße Sprünge und hohe Wasserfontänen machen.
Folge waren nasse T-Shirts und lachende Gesichter.Zurück am Zeltlager wartete bereits ein heißer Grill und jede Menge Würstchen und Salate. So ein langer Tag machte hungrig und unter der Sonne der Lübecker Bucht genossen wir ein letztes gemütliches Abendessen. Voller Eindrücke und Erinnerungen an tolle Erlebnisse schlummerten wir sehr spät ein.
Zum Abschluss
Und am Dienstag hieß es Kofferpacken,alles wieder zusammenzusammeln und wenigstens einigermaßen komplett in die Taschen zu bekommen. Und zur Belohnung dieser vielen Packerei machten wir uns zur benachbarten Dünengolfanlage, die sich optisch  inwandfrei an die Stranddüne schmiegte. Es gab ein Ball, ein Schläger und jede Menge Bahnen mit schwierigen Hindernissen. Und als altbekannte Weisheit galt auch hier: das Runde muss in das Runde. Sprich ins Loch. Und unsere Bälle nahmen zeitweise eigenwillige und irrwitzige Wege. Doch am Ende fanden sie dank gekonnter Schläge doch irgendwie ihr Ziel.

Und nach einem anschließenden Snack am benachbarten Strandkiosk kamen auch schon die ersten Eltern, um uns abzuholen. Es ging nach Hause und wir möchten gerne wiederkommen an die Ostsee und die Lübecker Bucht und freuen auf das nächste Jahr.

Gelesen 7252 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Juni 2013 16:33


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